Kulturkreis Glashütten e.V.
Kulturkreis Glashütten e.V.

Presseberichte

Geglückter Start ins neue Jahr.

 

Wenn ein Verein, in diesem Fall der Kulturkreis Glashütten e.V., auf 35 Jahre seines Bestehens zurückblicken kann, darf man schon von einer gewichtigen Tradition in einer vergleichsweise kleinen Gemeinde sprechen. Und wenn das erste Konzert im Jubiläumsjahr so gut besucht und so hervorragend gespielt und angenommen wurde, dürfen sich auch die Veranstalter sicher sein, alles richtig gemacht zu haben. Genau richtig war nämlich unter anderem die Idee, das Jahr 2019 musikalisch zu beginnen und dafür das Ensemble Mundanus einzuladen.

 

Im Mittelpunkt dieser kammermusikalischen Gruppe steht Sabine Krams, in Glashütten aufgewachsen und seit 1989 stellvertretende Solocellistin des Frankfurter Opernhaus- und Museumsorchesters. Die vielseitig engagierte Musikerin ist in ganz besonderer Weise dem Kulturkreis Glashütten verbunden, stand sie doch jetzt zum zehnten Mal auf der Bühne des Vereins, nicht nur im Bürgersaal, sondern auch in den beiden Pfarrkirchen in Schloßborn und Glashütten. Ein Blick in die Vereinsgeschichte gibt Auskunft: Ihren ersten Auftritt beim Kulturkreis hatte Sabine Krams 1991 als Solocellistin mit Klavierbegleitung; wenig später mit dem Kreihsler Quartett, dann mit dem Grüneburg Trio, mehrmals zusammen mit ihrem Ehemann Siegfried Dietrich (Kontrabass) als Duo u.a. bei einer Uraufführung eines Werkes von Richard Rudolf Klein, und auch das Mundanus Ensemble hatte schon mehrere Auftritte beim Kulturkreis Glashütten.

Genau das passt zum Programm des Vereins, der gern immer wieder junge oder auch bereits arrivierte Musiker aus dem Umfeld der Gemeinde präsentiert. So kann man diesen gelungenen Konzertabend durchaus als ein Heimspiel von Sabine Krams und ihren Partnern bezeichnen und das mit einem ganz besonders passenden Programm.

 

Das thematisch weit ausholende Streichquintett g-Moll KV 516 von Wolfgang Amadeus Mozart bildete den ersten Teil des Abendkonzertes. Es ist in der späten Schaffensphase von Mozart in Wien entstanden, und schon der Beginn allein durch die 1. Geige, bestens besetzt mit Christine Schwarzmayr, bei sehr verhaltener Begleitung durch die 2. Geige (Stephanie Breitenbach) und Bratsche (Wolf Attula) zeigt den besonderen und etwas düsteren Charakter des Werkes auf. Im Gegensatz zum klassischen Streichquartett gibt es im Quintett zwei Bratschen (zusätzlich Tania Comejo Robles), was der Komposition einen profunden, aber damit auch melancholischen Unterton gibt, wie Sabine Krams in einer kleinen Einführung deutlich machte. Erst im Finalsatz hellt sich dann die Stimmung merklich auf, und das Publikum zeigte seine große Begeisterung über die Musik und die gelungene Ausführung. Besonders hervorgehoben werden muss das kongeniale Zusammenspiel der Musiker, die seit vielen Jahren gemeinsam auftreten, darüber hinaus aber auch einzeln einen gewichtigen Platz in der deutschen Musikszene innehaben.

 

Nach der Pause dann eine ganz andere Quintettbesetzung. Statt der bei Mozart doppelt besetzten Geige und Bratsche konnte man jetzt in Schuberts Forellenquintett A-Dur einen exzellenten Kontrabass sehen und erleben; und dazu übernahm der Konzertflügel mit der Pianistin Yukie Takeda häufig die Führung des musikalischen Geschehens. Nicht nur der Variationssatz mit der bekannten Liedvertonung „In einem Bächlein helle…“ atmet Fröhlichkeit aus, sondern das ganze Werk zeigt sich unbeschwert und kurzweilig und begeisterte das Publikum nicht zuletzt durch die Brillanz der Ausführung.

 

Die Vorsitzende des Kulturkreises, Frau Elvy Mäkitalo, hatte zu Beginn des Konzertes einen kurzen Überblick über die Entstehung und Entwicklung des Vereins gegeben, dazu zeigte eine kleine Ausstellung Plakate und Programme aus den ersten Jahren des Bestehens.

 

In der Pause konnte man viele lobende Worte hören. Nicht nur Glashüttener, sondern auch Idsteiner und Königsteiner Besucher waren sich einig: man braucht gar nicht so weit nach Frankfurt oder Wiesbaden zu fahren. Die Veranstaltungen des Kulturkreises Glashütten lohnen immer, und man hat sie sozusagen vor der Tür.

Rückblick auf das Adventskonzert 2018

 

Am 1. Advent  veranstaltete der Kulturkreis Glashütten ein vorweihnachtliches Konzert in der stimmungsvoll geschmückten katholischen Heilig-Geist-Kirche in Glashütten.

 

Der Organist Lars-Simon Sokola und der Trompeter Alexander Sauer musizierten in der voll besetzten Kirche u.a. Werke von Giovanni Buonaventura Viviani, Felix Mendelssohn-   Bartholdy, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach, aber auch weniger bekannte Komponisten wie Giulio Caccini oder Johann Ludwig Krebs standen auf dem Programm. Ein Spiritual: "Sometimes I feel like a motherless child" durfte nicht fehlen und hat bei den Zuhörern für Erkennen und besondere Ergriffenheit gesorgt.

 

Es war ein schönes Erlebnis, die vor einigen Jahren sorgfältig restaurierte und um einige Register erweiterte Orgel in Verbindung mit der ventillosen Barocktrompete zu hören.

Beide Musiker, die sich schon seit ihrer Studienzeit an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) in Frankfurt kennen,  überzeugten mit gefühlvoller Interpretation und perfektem Zusammenspiel. Lang anhaltender Applaus war der Lohn.

 

Zwei Strophen des Adventsliedes "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" sangen am Ende des Konzertes alle Anwesenden, begleitet von Orgel und Trompete. Ein wunderbarer Abschluss des Jahres 2018 mit vielen schönen Veranstaltungen!

 

Im kommenden Jahr besteht der Kulturkreis Glashütten bereits seit 35 Jahren! Die Auftaktveranstaltung am 26. Januar 2019 um 20 Uhr im Bürgerhaus Glashütten wird ein Kammermusik-Abend mit dem Ensemble Mundanus sein.

Liederabend Johannes Martin Kränzle, Hilko Dumno Klavier

(9.6.2018 im Bürgerhaus Glashütten)

 

Als idealer Aufführungsort für den spektakulären Liederabend des Kulturkreises Glashütten erwies sich das Bürgerhaus mit der geschickt um Sänger und Pianisten im Halbrund platzierten Bestuhlung. Gerade bei dem angebotenen Programm „Das ewige Rätsel“ mit Liedern von Gustav Mahler, Frank Martin, Maurice Ravel und nicht zuletzt Richard Rudolf Klein genoss das zahlreiche Publikum die Nähe und die auch optische Präsenz des „famosen Sängers“ (zitiert nach der FAZ) Johannes Martin Kränzle, Bariton, und des den vereinseigenen Flügel sensibel einsetzenden Pianisten Hilko Dumno.

 

Waren schon musikalische und gesangliche Fähigkeiten des bekannten Lied-, Konzert- und Opernsängers Kränzle vor der Pause überzeugend genug, so wurde die Erwartung der Zuhörer noch übertroffen bei der Wiedergabe der „Zwölf Songs nach alten jiddischen Weisen“ des Komponisten, Frankfurter Hochschullehrers und langjährigen Mitbürgers der Gemeinde Richard Rudolf Klein, dem dieses Konzert zu Recht gewidmet war. Es war der damals noch Studierende an der Frankfurter Musikhochschule, Johannes Martin Kränzle, dem der Komponist vor mehr als 30 Jahren die Uraufführung seines Liederzyklus anvertraut hatte. Erst im Jahr 2016 hat Kränzle dieses Werk wieder in sein Repertoire aufgenommen, zusammen mit Hilko Dumno auf CD eingespielt und es inzwischen mehrfach mit immer noch wachsendem Erfolg aufgeführt. Nicht nur die musikalische Darstellung der humorvoll bis bitterernsten und tieftraurigen Texte in jiddischer Sprache gelang Kränzle so überzeugend, auch sein Mienenspiel trug wesentlich zum Verständnis des oft fremden Idioms bei. Gerade hierfür war die räumliche Nähe des Sängers zu seinem Publikum ideal.

„Das ewige Rätsel“ oder „Die alte Frage“ als Überschrift der sorgfältig ausgewählten Lieder lässt sich auf verschiedene Weise interpretieren, als Frage nach dem Sinn menschlichen Lebens überhaupt oder als Frage nach den Missverständnissen von Fragen und ihren Antworten im Kommunizieren der Menschen untereinander. In den Liedtexten fanden sich religiöse Fragestellungen ebenso wie allgemein menschliche, und das aus vielen Jahrhunderten mitteleuropäischer Sprachkultur.

 

Denjenigen, die diesen herausragenden Liederabend versäumt haben, sei die bei Oehms Classic erschienene CD wärmstens empfohlen. Sie ist von der renommierten Zeitschrift „Opernwelt“ zur CD des Monats Mai erklärt worden und damit eine würdevolle Erinnerung an Richard Rudolf Klein (1921 – 2011), an den liebenswürdigen Mitbürger und das langjährige Mitglied des Kulturkreises Glashütten e.V.

Einklang und Vielfalt

 

Am Samstag, den 28.4.18, gab es im Bürgerhaus Glashütten wieder ein bemerkenswertes Konzert, zu dem der Kulturkreis Glashütten eingeladen hatte. Das Cello-Ensemble „HansoriCelli“ brachte ein höchst anspruchsvolles und dabei abwechslungsreiches, unterhaltsames Programm zu Gehör.

Obwohl reine Cello-Formationen schon seit mindestens 45 Jahren sowohl das „klassische“ Konzertleben (beispielhafte Pioniere: die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker) als auch die Populärmusik (Apocalyptica!) bereichern, sind sie immer noch etwas Besonderes.

Der Name dieses 2012 gegründeten Ensembles geht auf den koreanischen Begriff „Han-Sori“ zurück, was im Deutschen am besten mit dem Wort „Einklang“ zu übersetzen ist. Es vereint neben den beiden Mitgliedern aus Südkorea (Seoyeon Hong) und China (Jingjing Zhu) Musikerpersönlichkeiten aus Hessen (Tobias Fischer), Bayern (Tobias Galler) und dem Allgäu (Judith Assenbaum). Sie alle haben ihre beruflich-musikalische Wahlheimat in Wiesbaden (überwiegend am Staatstheater) und finden bei HansoriCelli gut hörbar zu einem gemeinsamen musikalischen Ausdruck, eben dem „Hansori“. Den drei Damen und zwei Herren war dabei die Begeisterung für die vielfältigen Klang- und Stilmöglichkeiten des Violoncello anzumerken, die sie in wechselnder Besetzung mit großer Verve und gleichzeitig hoher Sensibilität und Geschmackssicherheit präsentierten.

Den lebhaften Beginn markierte das Konzert für zwei Violoncelli g-Moll von Antonio Vivaldi mit barocker Virtuosität und einer wunderschönen Kantilene im Mittelsatz. Auch in den folgenden,  mehr lyrischen Stücken von Guillaume Paque, Johann Sebastian Bach (in seiner berühmte „Air“ aus der D-Dur Orchestersuite), Tomaso Albinoni und Gabriel Fauré verströmten die Celli ihren warmen, singenden Klang, der in Max Bruchs „Kol Nidrei“ zum Abschluss der ersten Programmhälfte auf anrührende Weise kulminierte. Bruch hatte dieses Stück 1880 auf Anregung des Cellisten Robert Hausmann komponiert und dabei für den ersten Teil den traditionellen Bußgesang (Kol Nidrei) des jüdischen Jom-Kippur-Festes zu Grunde gelegt, ohne dabei an eine liturgische Verwendung der Komposition zu denken. Später verbreitete sich auf Grund dieses Werkes das Gerücht, Bruch sei Jude, was in Nazideutschland zu Aufführungsverboten führte.

Nach der Pause startete HansoriCelli wieder bewegter mit einer sehr lebendigen Interpretation des D-Dur-Divertimentos von Joseph Haydn. Im folgenden Requiem für drei Violoncelli und Klavier vom im ausgehenden 19. Jahrhundert berühmten böhmischen Cellisten David Popper trat die Pianistin Jeong-Hwa Fischer zu Judith Assenbaum, Tobias Fischer und Tobias Galler hinzu und verhalf auch im folgenden Stück, dem berühmten „Lied an den Abendstern“ aus Richard Wagners „Tannhäuser“, der dann wieder kompletten Fünfer-Formation zu einem perfekt ausgewogenen Abbild eines großen romantischen Orchesters (arr. Tobias Fischer). Zum beschwingten Abschluss wurde dem begeisterten Publikum eine Folge mitreißender Tänze aus nahen und fernen Ländern geboten: „Tango passionato“ (Eduard Pütz), „Requiebros“ (ein Flamenco von Gaspar Cassadó), eine Konzertpolonaise (wieder von David Popper) und schließlich als Zugabe einer von Astor Piazzollas berühmten „Tango Nuevo“. Das „Glashaus“ geriet ins Schwingen, und es zeigte sich einmal mehr, dass man eine solche Unmittelbarkeit und Nähe zu großartigen Musikern in unserer Region fast nur bei den Konzerten des Kulturkreises Glashütten erleben kann. Wer dort war, wird das bestätigen – wer nicht, sollte sich wenigstens die nächsten Veranstaltungen dick in seinem Kalender eintragen:

Talkin’ without Barbara – Grippe mit Happy End

 

Wer gelegentlich in die Oper geht, kennt das: Bei geschlossenem Vorhang tritt (meist) ein Herr im schwarzen Anzug mit Mikrophon auf die Bühne und erklärt, dass die Sängerin oder der Sänger soundso leider erkrankt sei und statt ihrer oder seiner jemand anderes dankenswerterweise die Partie übernimmt. Diese Situation des Einspringens wird dann nicht selten zu einem unerwarteten Glücksfall für Künstler und Publikum, wenn nicht gar für die Einspringer zum Sprungbrett hinein in sensationelle Karrieren.

 

Das unter dem Titel „Talkin’ about Barbara” für den 4.3.2018 im Bürgerhaus Glashütten angekündigte Konzert des dortigen Kulturkreises stand unter ähnlichen Vorzeichen: Das Ensemble „Il Giratempo“ hatte den Abend unter dem Untertitel „17th Century Jazz“ mit dem Countertenor Philipp Mathmann und dem Jazz-Saxophonisten Magnus Mehl geplant, musste aber wegen Erkrankung des Sängers dieses Programm absagen. Fieberhaft wurde nach einer Lösung gesucht, die dank guter Vernetzung innerhalb weniger Stunden (!) gefunden werden konnte: Max Volbers, Gründungsmitglied von „Il Giratempo“ und einer der profiliertesten Blockflötisten der jüngeren Generation, bildet nämlich mit Elisabeth Wirth (Blockflöten) und Andreas Gilger (Cembalo) zusammen ein weiteres Ensemble, das sich „Asterion“ nennt, und dieses lud er zum Einspringen ein. So kam es, dass die beiden Formationen in Glashütten zum ersten Mal gemeinsam auftreten konnten und venezianische Musik des 17. Jahrhunderts um die Komponistin Barbara Strozzi präsentierten – zwar ohne die Musik der Namenspatrona des Konzertes selbst, die praktisch ausschließlich Opernarien komponierte und daher ohne Gesangssolisten kaum sinnvoll aufzuführen ist, und auch ohne Jazz, dafür aber mit phänomenaler Virtuosität und beispielhaftem Konzertieren der beiden Blockflöten-Solisten unter vollendeter Darbietung aller barocken Raffinesse und Verzierungskunst. Max Volbers und Elisabeth Wirth sind beide Stipendiaten des Deutschen Musikwettbewerbs 2017 und wurden mit „Asterion“ in die Bundesauswahl Konzerte junger Künstler (BAKJK) aufgenommen – eine nach dem Höreindruck dieses Konzertes hochverdiente Auszeichnung.

 

Die fünf Musiker – zu den drei bereits genannten gesellten sich mit Vanessa Heinisch (Theorbe und Chitarrone) und Dávid Budai (Viola da Gamba) noch zwei „Giratemponisten“ – begannen mit einer fulminanten „Sonata“ von Giovanni Fontana (1571-1630) und einer ebensolchen über das damals bekannte Volkslied „La Monica“ von Biagio Marini (1594-1663). Man merkte schnell: Die Musiker hatten „Spaß im Glashaus“, als das sich das Glashüttener Bürgerhaus mit seinem Blick über die Taunushügel im Hintergrund an diesem frühen Abend zeigen konnte. Danach hatte Andreas Gilger Gelegenheit, die hohe Kunst der barocken Liedbearbeitung in der Canzona alla Francese „Suzanne un jour“ von Andrea Gabrieli (1533-1588) auf seinem wunderschön anzusehenden und anzuhörenden Cembalo zu zelebrieren. Der Wohlklang einer Theorbe, also einer Barocklaute mit zweitem Wirbelkasten für die nicht zu greifenden, sondern tonweise gestimmten Basssaiten, kam in der „Sonata sopra ‚La Prosperina’“ von Giovanni Kapsberger (1580-1651) zur Geltung. Vanessa Heinisch spielte diese sehr innige, feine Musik hoch konzentriert und gleichzeitig gelassen – das Publikum hielt den Atem an. Auch bei den folgenden, wieder etwas extrovertierteren Stücken über zwei Palestrina-Madrigale, „Pulchra es amica mea“ und „Io son ferita ahi lasso“ lauschte es gebannt und hielt fast ohne Huster bis zum Schluss des Konzertes durch, obwohl sicher auch in Glashütten die Grippewelle ihre Opfer gefunden haben dürfte. Möglicherweise hätten zu anderen Zeiten auch mehr Zuhörerinnen und Zuhörer den Weg ins Bürgerhaus gefunden und wären so in den seltenen Genuss einer fast hautnahen Begegnung mit großartiger, kaum bekannter Musik, dargeboten auf höchstem Niveau, gekommen. Diejenigen, die dort waren, erlebten zum Schluss noch „die“ Ciacona des Venezianers Tarquinio Merula über ein kurzes ostinates Bassmotiv, das Andreas Gilger vorab vorstellte, worauf es dann von allen anderen Instrumenten virtuos umspielt und verziert wurde – ähnlich auch bei der Zugabe, der „Bergamasca“ von Marco Uccellini, die den beiden Blockföten nochmals Gelegenheit zu einem furiosen Schlussduett gaben.

 

Schade, dass die Musiker gleich nach dem Konzert in alle Himmelsrichtungen (unter anderem nach Salzburg und nach Bremen) davoneilen mussten – hoffen wir, dass sie einmal wieder zusammenfinden und vielleicht sogar nach Glashütten zurückkehren.

Keine Angst vor schweren Brocken

                                            

Wiedersehen mit jungen Künstlern aus Glashütten beim Konzert des  Kulturkreises am 13. Januar 2018

 

Im voll besetzten Bürgerhaus Glashütten war am Samstag, den 13.1.2018 ein etwas verspätetes Neujahrskonzert zu erleben, das es in sich hatte. Nach ihrem gelungenen Auftritt im Oktober 2015 waren wieder einmal die Schwestern Johanna (18) und Pauline (15) Meisel am Konzertflügel und der Geiger Leonard Melcher (20) zu hören, die in Glashütten aufgewachsen sind und sich diesmal auch wahrhafte Schwergewichte der Kammermusik-Literatur vorgenommen hatten. Den Anfang machte Leonard Melcher mit der Sonate für Violine solo Nr. 2 a-Moll von Johann Sebastian Bach, die zusammen mit den fünf anderen Sonaten und Partiten des Barockmeisters als das „Alte Testament“ der Violinliteratur gilt. Der junge Musiker, der inzwischen bei Prof. Kolja Lessing an der Hochschule für Musik in Stuttgart Violine studiert, präsentierte das knapp halbstündige Werk sehr souverän und mit großem Atem, besonders die monumentale Fuge gestaltete er nach nahezu tänzerischem Beginn so abwechslungsreich und dynamisch differenziert, dass man fast vergaß, nur einer einzelnen Geige zu lauschen.

 

Danach stellten sich die beiden jungen Pianistinnen mit den beiden Eingangssätzen der Sonate F-Dur für Klavier zu vier Händen KV 497 vor, einem Werk, das Wolfgang Amadeus Mozart in einer glücklichen Phase seines Lebens zwischen den Opern „Die Hochzeit des Figaro“ und „Don Giovanni“ schuf und das er sehr gerne sowohl zusammen mit seiner Schwester, als auch mit verschiedenen Schülerinnen gespielt hat. Anschließend spielte Pauline Meisel allein   „Variations sérieuses“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die dieser anlässlich der Errichtung eines Beethoven-Denkmals komponierte und mit denen er sich selbst ein musikalisches Denkmal setzte – ein Variationenzyklus, der nicht auf bloße Virtuosität setzt, sondern große musikalische Tiefe und Ernsthaftigkeit besitzt. Diesen Qualitäten des Werkes wurde die junge Pianistin auf staunenswerte Weise gerecht, hoch konzentriert und ganz bei sich spielte sie sowohl die lyrischen, als auch die enorm virtuosen Passagen – denn der vorzügliche Pianist Mendelssohn baute natürlich bei allem Ernst auch solche in dieses Werk ein. Auch in der anschließenden Etüde Nr. 5 „Arc-en-ciel“ von György Ligeti zeigten sich Pauline Meisels Musikalität und Gestaltungsvermögen.

 

Johanna Meisel, die wie ihre Schwester seit Jahren Schülerin der in russischer Pianistentradition stehenden internationalen Preisträgerin und Klavierpädagogin Irina von Knebel ist, interpretierte nach der Pause Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 17 d-Moll für Klavier, op. 31,2 (“Der Sturm”). Welch ein Kontrast zur Sonate Nr. 11 B-Dur, die der Meister nur drei Jahre davor komponiert hatte und deren 2. Satz „Adagio con molto espressione“ noch vor der Pause von Pauline Meisel dargeboten wurde. In den zusammen mit der „Sturm-Sonate“ entstandenen Stücken brach Beethoven mit seinem ganzen bisherigen Schaffen, er wollte zu gänzlich neuen Ufern aufbrechen. Johanna Meisel zeigte diese neuartigen Formen auf beeindruckende Weise, vom leise einleitenden Arpeggio des eher düsteren ersten Satzes über das heitere Adagio bis zum tänzerischen Allegretto bewies sie neben technischer Souveränität ein feines Gespür für die Abgründigkeit schon dieser noch der mittleren Schaffensperiode Beethovens zuzurechnenden Musik. Das Publikum war tief beeindruckt und belohnte sie mit großem Applaus, wie bei Pauline Meisels Mendelssohn-Interpretation waren auch einige „Bravos“ zu vernehmen.

 

Die beiden jungen Damen setzten mit den „Morgenblättern“ von Johann Strauß noch einen beschwingten Schlusspunkt (mit tänzerischem Platzwechsel beim vierhändigen Spiel) unter dieses schöne Programm. Frau Mäkitalo vom Kulturkreis Glashütten bedankte sich im Namen aller bei den drei jungen Künstlern für ihre Darbietungen und verband mit diesem Dank den Wunsch, auch weiter an ihrer Entwicklung teilzunehmen und sie wieder begrüßen zu können. Man darf wohl gespannt sein…

Ib Hausmann und das Amatis Piano Trio –
hochklassige Musik im Bürgerhaus

 

Am Samstag, den 11. November 2017 waren im Bürgerhaus Glashütten die Musiker Ib Hausmann (Klarinette) und das Amatis Piano Trio, das sind Lea Hausmann (Violine), Samuel Shepherd (Cello) und Mengjie Han (Klavier), zu Gast. Ib Hausmann ist bekannt als einer der führenden Klarinettisten Europas, und das Amatis Piano Trio hat in den kurzen Jahren nach seiner Gründung im November 2013 bereits einen rasanten Aufstieg in der Musikwelt erreicht.

 

Zu Beginn des Konzerts erklang Joseph Haydns „Trio Es-Dur“ Hob. XV:10 Nr. 23 für Violine, Violoncello und Klavier.

„Haydenia“ für Klarinette solo, komponiert und improvisiert von Ib Hausmann verblüffte das Publikum durch Spontanität und  Klangvielfalt.  Besonders begeisterten die leisen, heiseren Klänge der Klarinette.

Von Josef Suk,  Schüler und Schwiegersohn Antonin Dvoraks, folgte das Trio „Elegie“     op. 23. Dieses Stück  - nach eigenen Angaben „Marken- und Erkennungszeichen“ des Amatis Trios - wurde auch im Bürgerhaus Glashütten vollendet gespielt.

Im Anschluss daran erklang Dimitri Schostakowitschs „Trio“ Nr. 1 c-Moll op. 8. Unglücklich verliebt und dazu erkrankt, komponierte Schostakowitsch dieses gefühlvolle, bewegende  Stück bereits im Alter von 16 oder 17 Jahren.  

 

Begeisterte „Bravo“ Rufe begleiteten die Musiker in die Pause.

 

Johannes Brahms „Trio“ a-Moll op. 114 für die interessante Besetzung Klavier, Klarinette und Violoncello läutete den zweiten Konzertteil ein. Ein weiteres Klarinettensolo von George Gershwin „Summertime“, improvisiert von Ib Hausmann, schloss sich an, bevor mit Astor Piazzolas „Verano porteno" (Sommer) für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier ein mitreißendes Finale gelang.

 

Lang anhaltender Beifall bewegte das Trio zu einer Zugabe von Felix Mendelssohn Bartholdy, die diesen gelungenen Konzertabend ausklingen ließ.

„Flötenspektakel“ im Bürgerhaus

 

Am Samstag, den 2. September 2017, waren im Bürgerhaus Glashütten die acht Musikerinnen des Frankfurter Ensembles "Flötenspektakel" mit sämtlichen Instrumenten der Querflötenfamilie zu Gast.

 

Bereits mit den ersten Tönen aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Ouvertüre aus der Zauberflöte“ (arr. Nancy Nourse) wurde das Publikum in den Bann der Flötentöne gezogen. Es folgte Giovanni Gabrielis  „Sonata Pian’ e Forte“ (arr. Stefanie Bieber). Danach gaben die Musikerinnen mit Edward Elgar dem Publikum ein „Rätsel“ auf. Gespielt wurden die „Enigma Variationen, op. 36“ (arr. Shaul Ben-Meir).  In den einzelnen Sätze wurden mehrfach Instrumente gewechselt. So entstand eine verblüffende Vielfalt.  Auch mit dem kommenden Programmpunkt von Felix Mendelssohn Bartholdy „Andante aus der 4. Sinfonie in A-Dur“ begeisterten die Künstlerinnen das Publikum. Mit dem Gedicht "Totentanz" von Henri Cazalis  wurden die Zuhörer auf Camille Saint-Saëns' „Danse Macabre“ (arr. Aline Severijns) eingestimmt.

 

Nach der Pause eröffneten die Flötistinnen mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Allegro molto aus KV 550 Sinfonie g-Moll“ (arr. Shaul Ben-Meir) den zweiten Teil des Konzerts. Im Anschluss daran wurde mit „Evening Rise“, einem indianischen Abendlied, jede Flöte der Querflötenfamilie vorgestellt. Es folgte Maurice Ravels „Pavane pour une Infante Défunte“ (arr. R.E. Thurston), welche das Publikum durch seine malerischen, traurigen Klänge fesselte. Auf die Trauermusik für eine verstorbene Prinzessin, die Ravel in seinem Stück darstellt, folgten „6 Walzer aus op. 39“ von Johannes Brahms (arr. Bernd Ickert). So sicherten sich die Flötistinnen ein abwechslungsreiches Programm, das von Trauermusik zu Walzer reichte. Der Abwechslungsreichtum wurde auch durch die verschiedensten Nationalitäten der Komponisten unterstrichen, da auf Monteverdi und Brahms sogleich Thomas Morley mit seinem „Sing we and chant it“ aus „The first Booke of Ballets“ folgte. Den Schlusspunkt setzte Arcangelo Corelli mit seinem „Concerto Grosso Nr. 11“ (arr. David H. Bailey). Corelli war zu seiner Zeit ein Superstar, seine Werke waren bereits verkauft bevor sie überhaupt komponiert waren. Er komponierte oft Stücke, in denen eine Gruppe solistischer Musiker einer Tutti-Gruppe (Laienmusikern) gegenüberstand, so konnten Profis und Laien gemeinsam musizieren. Die mehrfach dargebotenen barocken Stücke erklärten die Flötenakrobatinnen damit, dass sie nicht etwa „rocken“, sondern das Publikum mit ihrer Begeisterung zum Barock durch „barocken“ anstecken wollten.  Dieser Vorsatz ist ihnen an diesem Abend äußerst gelungen.

 

Nach einer „coolen“ Zugabe von Dirko Juchem „Double Wind“ endete das beeindruckende Konzert  - ein wahres Flötenspektakel.

„Blech 10“ begeistert im Bürgerhaus                                                            

 

Am Samstag, den 20. Mai 2017 waren im Bürgerhaus Glashütten die Blechbläser

„Blech 10“ zu Gast.

 

Das 11-köpfige Bläser-Ensemble wurde unterstützt durch Tobias Schmitt am Schlagwerk. 

 

Eröffnet wurde der Abend mit John Williams „Olympic Fanfare and Theme“, welche das Publikum sofort begeisterte und die große Liebe der Musiker für Filmmusik bewies.

 

Es ging durch ein abwechslungsreiches Programm, denn das Ensemble spannte den Bogen über unterschiedliche Epochen und Genres.

Von der wirkungsvollen Renaissance-Musik Giovanni Gabrielis über Filmmusikarrangements wie „Winnetou“, „James Bond“ und „Indiana Jones“ bis hin zu Originalkompositionen von Enrique Crespo.

Ebenso überraschend war die für die Blechbläser bearbeitete Fassung der „Bohemian Rhapsody“.  Die mitreißenden Jazz-Klänge „Sing sing sing“ von Louis Prima beendeten das offizielle Programm.

 

Die beiden Ensemble-Mitglieder Peter Schwaninger und Torsten Beckhaus führten gekonnt und humorvoll durch den Abend, indem sie vor jedem Stück noch eine kleine Anekdote bereithielten, die das Publikum vorzüglich unterhielt.

 

„Jealousy“ von Jacob Gade war eine Zugabe für das begeisterte Publikum und mit dem sehr stimmungsvollen „Abendsegen“ von Engelbert Humperdinck beendeten die Musiker unter langem Applaus das Konzert.

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Evang. Gemeindezentrum, Schloßborner Weg 16,
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Vortrag Professor Dr. Norbert Abels

„Giacomo Puccini und Richard Strauss"

 

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